Sonntag, 10. Mai 2015

Was passiert, wenn zwei Gruppen sich treffen?




Unser erster Zugang zu einer Fremdgruppe führt meist nicht an festen Vorurteilen gegenüber dieser Gruppe vorbei. Dabei sind es genau diese Vorteile, die uns meist spitze Steine in den Weg zum „echten“ Annähern an eine andere Gruppe legen. Es scheint evident, dass ein direkter Kontakt zwischen zwei Gruppen hilft, solche Hindernisse zu beseitigen. Jedoch ist es mit bloßem Kontakt nicht getan. Unter Umständen kann dies noch zu einer Verschärfung der bereits bestehenden Vorurteile führen. Schon seit vielen Jahren habe sich Menschen damit auseinandergesetzt, wie dieser Kontakt zwischen Gruppen gestaltet werden sollte, um ein Annähern von zwei Gruppen, das Vorurteile eher ab- als aufbaut, zu fördern. In seiner sogenannten Kontakthypothese schlug der amerikanische Psychologie Gordon Allport vier wichtige Bedingungen vor, damit ein Intergruppenkotakt vorurteilsabbauend wirkt: 

1. Gleicher Status: Die Mitglieder einer Gruppen sollten den gleichen Status für sich wahrnehmen.
2. Gemeinsame Ziele: Die beiden Gruppen sollten ein gemeinsames Ziel verfolgen. 
3. IIntergruppenkooperation: Das gemeinsame Ziel sollte durch Kooperation eher erreichbar sein als durch Wettbewerb. 
4. Unterstützung durch Normen: Gesellschaftliche, politische oder auch religiöse Normen und Regeln können die positive Interaktion der Gruppen fördern.

Diese Bedingungen waren seither Gegenstand vieler verschiedener Studien und Forschungsvorhaben. Diese konnten die vier Bedingungen durchaus bekräftigen, fanden jedoch teils eine ähnlich vorurteilsabbauende Wirkung von Intergruppenkontakt, wenn diese vier Bedingungen nicht unbedingt alle gegeben waren. Ein Grund dafür könnte sein, dass G. Allport lediglich situationale Faktoren nennt, die lediglich beschreibender Art sind. Die mediierenden Prozesse, die tatsächlich zum Vorurteilsabbau führen, können also auch in anderen Situationen mit anderen Bedingungen ebenso wirken. 

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