Unser erster Zugang zu einer Fremdgruppe führt meist nicht
an festen Vorurteilen gegenüber dieser Gruppe vorbei. Dabei sind es genau diese
Vorteile, die uns meist spitze Steine in den Weg zum „echten“ Annähern an eine
andere Gruppe legen. Es scheint evident, dass ein direkter Kontakt zwischen
zwei Gruppen hilft, solche Hindernisse zu beseitigen. Jedoch ist es mit bloßem
Kontakt nicht getan. Unter Umständen kann dies noch zu einer Verschärfung der
bereits bestehenden Vorurteile führen. Schon seit vielen Jahren habe sich
Menschen damit auseinandergesetzt, wie dieser Kontakt zwischen Gruppen
gestaltet werden sollte, um ein Annähern von zwei Gruppen, das Vorurteile eher
ab- als aufbaut, zu fördern. In seiner sogenannten Kontakthypothese schlug der
amerikanische Psychologie Gordon Allport vier wichtige Bedingungen vor, damit
ein Intergruppenkotakt vorurteilsabbauend wirkt:
1. Gleicher
Status: Die Mitglieder einer Gruppen sollten den gleichen Status für sich
wahrnehmen.
2. Gemeinsame
Ziele: Die beiden Gruppen sollten ein gemeinsames Ziel verfolgen.
3. IIntergruppenkooperation:
Das gemeinsame Ziel sollte durch Kooperation eher erreichbar sein als durch
Wettbewerb.
4. Unterstützung
durch Normen: Gesellschaftliche, politische oder auch religiöse Normen und
Regeln können die positive Interaktion der Gruppen fördern.
Diese Bedingungen waren seither Gegenstand vieler
verschiedener Studien und Forschungsvorhaben. Diese konnten die vier
Bedingungen durchaus bekräftigen, fanden jedoch teils eine ähnlich
vorurteilsabbauende Wirkung von Intergruppenkontakt, wenn diese vier
Bedingungen nicht unbedingt alle gegeben waren. Ein Grund dafür könnte sein,
dass G. Allport lediglich situationale Faktoren nennt, die lediglich
beschreibender Art sind. Die mediierenden Prozesse, die tatsächlich zum
Vorurteilsabbau führen, können also auch in anderen Situationen mit anderen
Bedingungen ebenso wirken.

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