Montag, 11. Mai 2015

Migration in Italien

                       
Migration in Italien wurde vielerlei als eine Gefahr angesehen und dementsprechend versuchte man (dagegen) zu handeln. Es wurde als Sicherheitsproblem angesehen und als Notstandsituation. Weniger widmete man sich der Frage nach der Integration. 1998 wurde von der mitte-links-Regierung das „Turco Napolitano“ („Law 40) verabschiedet und ein erster Schritt Richtung Integration gemacht. Zunehmend wurde sich auch der irregulären Migration gewidmet und darauf gezielt, dass sich die Anzahl der illegalen Grenzübertritte verringerte. Weiter wurden Zentren geschaffen zur vorübergehenden Internierung von Migranten die vor einer Ausweisung standen(Centri di permanenza temoranea“- CPT). Soziale Rechte wurden mit dem Gesetz geschaffen und Immigranten wurden mit italienischen Staatsangehörigen gleichgestellt und galten nicht mehr als „minderwertig“. Was auch für viele Marokkanische Immigranten der Grund zu Migration war, war die Familienzusammenführung, die nun als eine legale Form der Zuwanderung akzeptiert wurde.
Mit dem Wechsel der Regierung wurde das neue Gesetz „Bossi-Fini“ aktiv und schränkte die Integrationspolitik extrem ein. Es begrenzte legale Zuwanderung und es wurden härtere Maßnahmen eingeführt gegen irreguläre Migration. Auch hier wird wieder deutlich, dass Zuwanderung scheinbar „verhindert“ werden müsste und man Maßnahmen schafft die schützen sollen in einem vermutlichen „Kampf“ gegen Zuwanderung. Hier wird Migration als soziale Gefahr angesehen, nicht als mögliche Chance. Dabei wird weniger auf die Rechte von Zuwanderern geachtet als auf die Durchsetzung der Richtlinien.

Hinzukommt, dass das Image der Zuwanderung auch immer in Verbindung mit der italienischen Öffentlichkeit betrachtet werden muss. Wie wird Zuwanderung auf der Seite der Bevölkerung wahrgenommen? In Italien leben mehr als fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Die Integrationspolitik sollte sich aktiv mit der Frage der kulturellen Identität und den Bürgerrechten der Migranten auseinandersetzen und sich der Frage stellen, ob Zuwanderung weiter eher negativ betrachtet oder künftig mehr als eine Chance angesehen wird. 

L.D.

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