Migration
in Italien wurde vielerlei als eine Gefahr angesehen und
dementsprechend versuchte man (dagegen) zu handeln. Es wurde als
Sicherheitsproblem angesehen und als Notstandsituation. Weniger
widmete man sich der Frage nach der Integration. 1998
wurde von der mitte-links-Regierung das „Turco Napolitano“ („Law
40) verabschiedet und ein erster Schritt Richtung Integration
gemacht. Zunehmend wurde sich auch der irregulären Migration
gewidmet und darauf gezielt, dass sich die Anzahl der illegalen
Grenzübertritte verringerte. Weiter wurden Zentren geschaffen zur
vorübergehenden Internierung von Migranten die vor einer Ausweisung
standen(Centri di permanenza temoranea“- CPT). Soziale Rechte
wurden mit dem Gesetz geschaffen und Immigranten wurden mit
italienischen Staatsangehörigen gleichgestellt und galten nicht mehr
als „minderwertig“. Was auch für viele Marokkanische
Immigranten der Grund zu Migration war, war die
Familienzusammenführung, die nun als eine legale Form der
Zuwanderung akzeptiert wurde.
Mit
dem Wechsel der Regierung wurde das neue Gesetz „Bossi-Fini“
aktiv und schränkte die Integrationspolitik extrem ein. Es begrenzte
legale Zuwanderung und es wurden härtere Maßnahmen eingeführt
gegen irreguläre Migration. Auch hier wird wieder deutlich, dass
Zuwanderung scheinbar „verhindert“ werden müsste und man
Maßnahmen schafft die schützen sollen in einem vermutlichen „Kampf“
gegen Zuwanderung. Hier wird Migration als soziale Gefahr angesehen,
nicht als mögliche Chance. Dabei wird weniger auf die Rechte von
Zuwanderern geachtet als auf die Durchsetzung der Richtlinien.
Hinzukommt,
dass das Image der Zuwanderung auch immer in Verbindung mit der
italienischen Öffentlichkeit betrachtet werden muss. Wie wird
Zuwanderung auf der Seite der Bevölkerung wahrgenommen? In Italien
leben mehr als fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Integrationspolitik sollte sich aktiv mit der Frage der
kulturellen Identität und den Bürgerrechten der Migranten
auseinandersetzen und sich der Frage stellen, ob Zuwanderung weiter
eher negativ betrachtet oder künftig mehr als eine Chance angesehen
wird.
L.D.
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