Freitag, 8. Mai 2015

Immigration und Altersarmut

Ein Problem, mit dem wir in Zukunft noch häufig konfrontiert werden, ist Altersarmut von Immigranten. Wenn Menschen aus ihrer Heimat emigrieren oder flüchten müssen, ist es eines ihrer Ziele, in einem neuen Land möglichst schnell Arbeit zu finden, um sich selbst und oft auch der Familie eine gute Zukunft ermöglichen zu können.

Immigranten in Italien arbeiten prozentual häufiger im Niedriglohnsektor als Italiener und verdienen im Schnitt 25 bis 40 Prozent weniger. 2003 waren das in Zahlen im Durchschnitt 9423 Euro im Jahr. Es gibt Vermutungen, dass die Lohnunterschiede auch deshalb so groß sind, weil ein Teil der verrichteten Arbeit nicht legal, sondern unter der Hand abgerechnet wird.
In Italien sind alle arbeitenden Menschen obligatorisch sozialversichert. Obwohl Immigranten in Italien durchschnittlich weniger verdienen als Einheimische, tragen sie prozentual mehr zu den Beiträgen für die Sozialleistungen des italienischen Staates bei. Dies liegt unter anderem daran, dass viele Immigranten jung sind und noch nicht als Renter und somit nicht als Bezieher solcher Leistungen aufgeführt werden.

Quelle: Michael Mannheimer Blog

Dies wird sich jedoch in den kommenden Jahrzehnten, wenn immer mehr Immigranten in den Ruhestand gehen, ändern. Ein zentrales Problem wird immer mehr in den Vordergründ rücken: Um 50-60% des ehemaligen Lohns im Rentenalter zu erreichen, muss ein Mensch mindestens 40 Jahre gearbeitet bzw. in die Sozialkassen eingezahlt.haben. Migranten, die aber keine 40 Jahre in Italien gelebt haben, erfüllen diese anfoderungen nicht und erhalten somit später weniger oder kaum Rente. Die Folge: Altersarmut.
Der Fakt, dass immer mehr Flüchtlinge nach Europa kommen, zeigt, wie dringlich eine schnelle und gerechte Lösung für diese prekäre Situation gefunden werden muss.


(larah)

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