Rassismus (nicht) beim Namen nennen
Jemanden als Rassist oder
rassistisch zu bezeichnen deutet darauf hin, dass eine Grenze überschritten
wurde, so beschreibt es die Erziehungswissenschaftlerin Iman Attia.
Obwohl man weiß, dass es falsch
ist, erwischt man sich selbst oder Andere bei Gedanken, Worten oder Taten, die
rassistisch sein könnten. Aber warum? Und wie entsteht Rassismus? Warum nennt
man Rassismus nicht beim Namen?
Dabei erschien mir der Begriff
des „Othering“ sehr interessant.
Othering bedeutet sich im
Gegenbild des konstruierten Anderen zu definieren, und sich dabei als
zivilisierterer zu imaginieren, man empfindet sich selbst dem Anderen
überlegen.
Im Otheringprozess werden
vermeintliche Unterschiede zwischen
Menschen zu Gruppenmerkmalen zusammengefasst um das Wesen einer Gruppe zu
bestimmen. Diese vermeintlich wesenhaft andere Gruppe, die durch den Prozess
entstanden ist, wird dann der Eigengruppe gegenüber gestellt. Sprich der
Otheringprozess bringt verschiedene Gruppen hervor, das Othering ist ein zentraler Aspekt der Rassialisierung.
Der Otheringprozess projiziert
das, was „dem Eigenen“ nicht entspricht, auf „das Andere“.
Außerdem stellt sich die Frage
warum Rassismus häufig nicht beim Namen genannt wird, eher werden Umschreibungen
wie Fremdenfeindlichkeit verwendet. Doch Begriffe wie dieser bestätigen die
Fremdheit „der Anderen“ und verstärken die Angst vor „den Anderen“.
SLS

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