Sonntag, 26. April 2015

Rassismus (nicht) beim Namen nennen



Rassismus (nicht) beim Namen nennen

Jemanden als Rassist oder rassistisch zu bezeichnen deutet darauf hin, dass eine Grenze überschritten wurde, so beschreibt es die Erziehungswissenschaftlerin Iman Attia. 
Obwohl man weiß, dass es falsch ist, erwischt man sich selbst oder Andere bei Gedanken, Worten oder Taten, die rassistisch sein könnten. Aber warum? Und wie entsteht Rassismus? Warum nennt man Rassismus nicht beim Namen?


Dabei erschien mir der Begriff des „Othering“ sehr interessant.
Othering bedeutet sich im Gegenbild des konstruierten Anderen zu definieren, und sich dabei als zivilisierterer zu imaginieren, man empfindet sich selbst dem Anderen überlegen.
Im Otheringprozess werden vermeintliche Unterschiede  zwischen Menschen zu Gruppenmerkmalen zusammengefasst um das Wesen einer Gruppe zu bestimmen. Diese vermeintlich wesenhaft andere Gruppe, die durch den Prozess entstanden ist, wird dann der Eigengruppe gegenüber gestellt. Sprich der Otheringprozess bringt verschiedene Gruppen hervor,  das Othering ist  ein zentraler Aspekt der Rassialisierung.
Der Otheringprozess projiziert das, was „dem Eigenen“ nicht entspricht, auf „das Andere“.

Außerdem stellt sich die Frage warum Rassismus häufig nicht beim Namen genannt wird, eher werden Umschreibungen wie Fremdenfeindlichkeit verwendet. Doch Begriffe wie dieser bestätigen die Fremdheit „der Anderen“ und verstärken die Angst vor „den Anderen“.

SLS

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