Samstag, 25. April 2015

Die Geschichte des Rassismus - Eugenik

 Das Wort Eugenik stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie „von edler Abstammung“.
Unter Eugenik wird die Lehre der Verbesserung des biologischen Erbguts der Menschheit verstanden. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Eugenik ein neuer Zweig der modernen Wissenschaft mit dem Ziel, erwünschte Eigenschaften von Menschen zu fördern („positive Eugenik“), beziehungsweise unerwünschte Eigenschaften weitmöglichst zu verhindern („negative Eugenik“). 

Quelle: Universität Zürich

Die Eugenik stellt ein kontroverses Thema der Biopolitk dar, da zwischen „Überlegenheit“ und „Minderwertigkeit“ eines Menschen unterschieden wird und ist vor allem in Deutschland aufgrund des Missbrauchs der Nationalsozialisten mit einer negativen Konnotation belegt. Ursprünglich sollte das eugenische Konzept beispielsweise Erbkrankheiten verhindern, es wurde aber vom nationalsozialistischen Regime in Deutschland zur „Rassensäuberung“ missbraucht. Während im Nationalsozialismus unter anderem das sogenannte „Euthanisieprgramm“, also die systematische Ermordung von Behinderten und Zwangssterilisationen Teil der eugenischen Politik waren, so stellt zum Beispiel die Pränataldiagnostik mit anschließendem Schwangerschaftsabbruch, wenn sich herausstellt, dass das ungeborene Baby nicht gesund ist, ein kontroverses und heikles Thema der heutigen Eugenik dar.

Um Unklarheiten vorzubeugen, muss erwähnt werden, dass mittlerweile kaum noch von der Eugenik, sondern von der Genetik, also dem Vererbungsvorgang als solchem, gesprochen wird. Da aber immer noch zwischen „besserem“ und „schlechterem“ Lebens unterschieden wird, stellt sich die Frage, inwieweit sich speziell die Pränataldiagnostik von den früheren Prinzipien der Eugenik abgrenzt. Ferner muss die Eugenik sich immer mit bioethischen Fragen auseinandersetzen: Inwieweit darf der Mensch in die Schöpfung eingreifen? Wo befindet sich die Grenze zwischen wünschenswerten und unerwünschten Eigenschaften eines Menschen? Und wer entscheidet, welche Eigenschaften erwünscht und unerwünscht sind?
Auch kann man schon im deutschen Grundgesetz einen Widerspruch zu eugenischen Prinzipien finden: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Artikel 1).

Man könnte sogar noch weiter gehen und Eugenik schon als eine Form von Rassismus bezeichnen, da im Prinzip die Grunddimensionen von Rassismus, also der Ausschluss von „anderem“, gegeben ist. Sicher ist jedoch, dass die Eugenik bzw. Genetik hochgradig heikle Themen sind und vorallem in der heutigen Zeit der immer fortschreitenden Wissenschaft nicht an Bedeutung verlieren, sondern eher gewinnen wird.

(larah)

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