In seinem Buch „Geschichte des Rassismus“ geht Christian
Geulen besonders auf das wissenschaftliche Konzept der Eugenik ein.
Die neu angewandte Wissenschaft von 1883 widmete sich der
biologischen Verbesserung von Bevölkerungen. Die Ziele der Eugeniker waren es
die menschliche Evolution zu kontrollieren und die Bevölkerung als Ganzes zu
perfektionieren. Um ihre Visionen von einer Rasse ohne Klassen zu
verwirklichen, waren sie gegen die Fortpflanzung von Behinderten, für die
Unterbindung von rassischen Mischehen und für die staatliche Förderung von Kinderzeugung
in Familien des Wirtschafts- und Bildungsbürgertums.
Einige Eugeniker versuchten
durch das Eingreifen in die menschliche Fortpflanzung ihre Ziele zu erreichen,
andere versuchten es durch Beeinflussung der Umwelt, so auch der liberale
Anthropologe Franz Boas. Seine Auffassung war, dass Umwelteinflüsse der
primäre Faktor aller Rassenentwicklung ist. Nach Boas Verständnis lassen sich
Rassenmerkmale durch klimatische Einflüsse verändern.
Ab 1918 waren die Eugeniker pessimistisch ihre Ziele zu
erreichen.
1945 fand dann ein Paradigmenwechsel von der Eugenik zur Genetik
statt.

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