Samstag, 25. April 2015

Citizenship, immigration, and the European social project: rights and obligations of individuality. (Yasemin Nuhoğlu Soysal)



Ein zentraler Punkt des Textes
ist der europäische Fokus auf das Individuum in seiner Verantwortung sich aktiv
einzubringen. Produktivität, Aktivität und Kreativität sind Voraussetzungen, um
am hohen Lebensstandard teilzunehmen und im Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das
europäische Sozialmodell basiert auf dieser Zentralisierung des Individuums.
Der Einzelne muss flexibel sein und sich mit seinen Fähigkeiten einbringen.
Sozialleistungen stehen dabei in enger Verbindung zur Integration im
Arbeitsmarkt. Der Staat investiert aktiv in das Humankapital, was
beispielsweise durch die Stärkung der Bildung und Weiterbildung im Bereich der
Jugend oder auch auf dem Arbeitsmarkt geschieht.
Eine aktive Rolle des Individuums
im Arbeitsmarkt garantiert außerdem soziale Anerkennung, Erfolg und
Entwicklung. Die Grundlagen für diese produktive Aktivität sind jedoch nicht
allen Gesellschaftsschichten gegeben und so entstehen „insider“ und „outsider“
des Arbeitsmarktes. Es entsteht eine Kluft zwischen gut bezahlten und
ausgebildeten Arbeitskräften im technischen Bereich, Management oder
Finanzmarkt im Gegensatz zu unterbezahlten geringer gebildeten Arbeitern. In
letzterer Gruppe befinden sich oftmals Frauen, junge Leute, Ältere und
Einwanderer. Sie sind vermehrt im Pflegesektor beschäftigt, der zwar zunehmend
erweitert wird, aber auch geringen sozialen Status, schlechtes Gehalt,
suboptimale Arbeitsbedingungen und wenig Aufstiegschancen bietet. Auch
Staatsbürgerschaft und Aufenthaltsrecht sind an die Produktivität und den
Beitrag im Arbeitswesen gekoppelt und an die Teilnahme an Sprach- und
Integrationskursen.


Letztendlich müssen sich
Nicht-Europäer und „Less“-Europäer stärker beweisen, sind aber durch
schlechtere Voraussetzungen, sozioökonomische Ungleichheiten und vielfach
religiöse und ethnische Diskriminierung benachteiligt. 

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