Montag, 11. Mai 2015






Jugendliche "ohne Heimat" in Italien

Es reicht nicht aus, in einem Land geboren zu sein um die Staatsbürgerschaft zu erhalten.Zumindest, wenn man Eltern hat, die Immigranten sind. Der Erwerb der Staatsbürgerschaft ist auch immer noch nach einem Gesetz geregelt, welches 1992 verabschiedet wurde. Zu dieser Zeit war Italien aber mehr Aus- als Einwanderungsland. Jetzt ist es nun also so, dass ein Jugendlicher keine italienische Staatsbürgerschaft bekommt, bis er 19 Jahre alt geworden ist und zusätzlich noch ohne Unterbrechung in Italien gelebt haben muss. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es da zu Problemen kommt. Man wird von den Mitschülern ausgegrenzt mit dem Argument, dass man nicht dazu gehört. Das kann sehr verletzend sein und schürt noch dazu ein Identitätsproblem. In dem Land nicht anerkannt zu sein, indem man geboren wurde und noch dazu auf eine vermeintliche Herkunft reduziert zu werden, zu der man eigentlich keine Verbindung hat, führt zwangsläufig zu Schwierigkeiten. Da braucht man sich dann auch nicht wundern, dass sich diese Jugendlichen zu eigenen Gruppen zusammenschließen, um überhaupt irgendwo ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Es wird wohl Zeit ein Gesetz, das unter anderen Umständen geschlossen wurde als sie heute herrschen, zu ändern. In besonderer Weise sollte es auch neue Regelungen im Bezug auf die Staatsbürgerschaft für die in Italien geborenen Jugendlichen geben, die einen Migrationshintergrund haben. Das Fördern eines Gemeinschaftsgefühls sollte eine der wichtigsten Prioritäten werden.

Textquelle:
Callia, Raffaele et al. (2012): Organisation of asylum and migration policies in Italy. Roma: EMN.
S.22-33

Bildquelle:
http://www.niaf.org/wp-content/uploads/2013/09/featured-your-italian-passport.jpg?timestamp=1431216000041

Female Migrants in Italy: Sticky Floor and Glass Ceiling effects

In her study Daniela Piazzalunga examines the gender and ethnic (natives and migrants respectively) wage differentials in Italy and especially a double-negative effect of being both female and a migrant. Nowadays one can still speak about gender wage differentials for women in Italy. Along with the gender discrimination there is an ethic wage differentials for migrants, who according to the study are usually confined to low-skilled and low-paid jobs, and so initially earn less than natives. The present situation is getting even worse for female migrants, who experience so-called double-negative effect of being both a women and a migrant. According to the results migrant women are not only disadvantaged in terms of wages, but also in terms of employment opportunities. In other words women not only get paid less than men, but are also more often assigned for less qualified jobs. The study also shows that the double-negative effect is larger at the bottom and especially at the top of the wage distribution, which reflects both the sticky floor and glass ceiling effects for migrant women. The "sticky floor" presents a discriminatory employment pattern that keeps female migrant at the bottom of the job scale, e.g. in the domestic or care labor sector. The "glass ceiling" could be understood as an artificial discriminatory barrier which keeps migrant women from rising to the upper rungs of the corporate ladder, regardless of their qualifications or achievements. In both situation female migrants have low mobility and are often unable to improve their situation.

Article: Piazzalunga, Daniela (2015): Is There a Double-Negative Effect? Gender and Ethnic Wage Differentials in Italy. LABOUR.
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/labr.12052/pdf


 Picture: http://www.naiop.org/en/Magazine/2010/Summer-2010/Business-Trends/Shattering-the-Glass-Ceiling.aspx


From V.B.
Summary of the Paper Migration Policy: When the emergency rule becomes the rule.

This summary focuses on the aspect of the consequences caused by the exploitation of the ENA emergency rule by the migrants in getting access to legal status.

By Fazil Aulia


Source: http://i.cdn.turner.com/cnn/2011/WORLD/africa/04/06/tunisia.italy.migrants/t1larg.lampedusa.map.jpg

            Following the conflict that errupted in North-Africa in 2011, Italy has been relaxing ist immigration policy for refugees seeking safety, as part of humanitarian effort.  Through ENA, migrants from the region would be automatically granted a residence permit and it did not stop there, the list of countries which their citizen fled from, expanded to include other African Countries.

            The first and the most obvious consequence was an increase of successful application for residence permit for migrants benefiting from the emergency rule, as proven by the statistic in the paper.

The second consequence would be a continously prolonged duration of the emergency, given the circumstances in North Africa that was still unstable. The following consequence was the legal status for migrants from sub-sahara that was not unclear up until 2012, in comparison to the migrants from north africa and horn of africa.

            The third consequence was exploitation of this temporary policy by nonentitled migrants who were trying to take advantage of the emergency situation, resulting a congestion in the administration.

            The last consequence impacted the migrants seeking legal status through regular procedures (non-emergency). The migrants that were not benefiting from the ENA might have suffered a sort of displacement on account of the enactment of the emergency rules.


Wie richten sich das italienische Schulsystem auf die Integration von Migranten ein?


 

Im Rahmen der neuesten Flüchtlingsentwicklungen und Migrationsbewegungen kommen immer mehr Migranten nach Italien. Viele der Aufenthaltsgenehmigungen an Nicht-EU-Bürger werden auf Grund von Familienzusammenführungen vergeben. In 2010 kam es insgesamt zu 160.200 Zusammenführungen, in 70.336 Fällen waren auch Kinder involviert. Diese Zahlen sind im europäischen Vergleich am höchsten. Entsprechend des Trends leben immer mehr Kinder und Jugendliche in Italien, die ihr Recht auf Schulbildung wahrnehmen wollen. 2010/11 waren 711.046 Kinder mit Migrationshintergrund an italienischen Schulen eingeschrieben. Die Integration dieser Kinder und Jugendlichen in den Schulalltag stellt eine große Herausforderung für das italienische Schulsystem dar. Neben den psychischen Belastungen, die Flüchtlinge und Migranten durch ihren Wohnortswechsel ohnehin ausgesetzt sind, erleben viele Kinder zusätzliche Schwierigkeiten bzw. Nachteile in der Schule. Einige können bedingt durch ihre Lebenssituation erst später eingeschult werden bzw. wird die Ausbildung im Schnitt häufig verzögert. Zudem haben viele der Kinder und Jugendlichen Probleme, dem Unterricht zu folgen und verzeichnen eine durchschnittlich deutlich höhere Misserfolgsquote als ihre italienischen MitschülerInnen. Meistens ist auch der Übergang auf eine weiterführende Schule bzw. zu einer höheren Bildungseinrichtung mit Schwierigkeiten verbunden. Da Bildung und soziale Beteiligung eine relevante Rolle bei der Integration spielen, sollten diese Probleme nicht unbeachtet gelassen werden und die Kinder und Jugendlich so weit wie möglich unterstützt werden. Im Zuge dieser Entwicklung hat im Januar 2010 das Ministerium für Bildung, Universität und Wissenschaft eine Begrenzung für den Migrantenanteil in Schulklassen auf maximal 30% erlassen, um einer Ghettoisierung vorzubeugen und die soziale Beteiligung und Integration zu befördern. Abgesehen davon, dass sich die Umsetzung in Orten mit hohem Migrationsanteil schwierig gestaltet, ist diese Maßnahme wohl eher eine Symptombekämpfung. Schließlich sollte v.a. die gezielte Förderung und ein vereinfachter Zugang zum Bildungssystem für Kinder Jugendliche mit Migrationshintergrund das Ziel der Integrationspolitik sein.

Quelle: 
Callia, Raffaele et al. (2012): Organisation of asylum and migration policies in Italy. Roma: EMN. S.22-33

Migration in Italien

                       
Migration in Italien wurde vielerlei als eine Gefahr angesehen und dementsprechend versuchte man (dagegen) zu handeln. Es wurde als Sicherheitsproblem angesehen und als Notstandsituation. Weniger widmete man sich der Frage nach der Integration. 1998 wurde von der mitte-links-Regierung das „Turco Napolitano“ („Law 40) verabschiedet und ein erster Schritt Richtung Integration gemacht. Zunehmend wurde sich auch der irregulären Migration gewidmet und darauf gezielt, dass sich die Anzahl der illegalen Grenzübertritte verringerte. Weiter wurden Zentren geschaffen zur vorübergehenden Internierung von Migranten die vor einer Ausweisung standen(Centri di permanenza temoranea“- CPT). Soziale Rechte wurden mit dem Gesetz geschaffen und Immigranten wurden mit italienischen Staatsangehörigen gleichgestellt und galten nicht mehr als „minderwertig“. Was auch für viele Marokkanische Immigranten der Grund zu Migration war, war die Familienzusammenführung, die nun als eine legale Form der Zuwanderung akzeptiert wurde.
Mit dem Wechsel der Regierung wurde das neue Gesetz „Bossi-Fini“ aktiv und schränkte die Integrationspolitik extrem ein. Es begrenzte legale Zuwanderung und es wurden härtere Maßnahmen eingeführt gegen irreguläre Migration. Auch hier wird wieder deutlich, dass Zuwanderung scheinbar „verhindert“ werden müsste und man Maßnahmen schafft die schützen sollen in einem vermutlichen „Kampf“ gegen Zuwanderung. Hier wird Migration als soziale Gefahr angesehen, nicht als mögliche Chance. Dabei wird weniger auf die Rechte von Zuwanderern geachtet als auf die Durchsetzung der Richtlinien.

Hinzukommt, dass das Image der Zuwanderung auch immer in Verbindung mit der italienischen Öffentlichkeit betrachtet werden muss. Wie wird Zuwanderung auf der Seite der Bevölkerung wahrgenommen? In Italien leben mehr als fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Die Integrationspolitik sollte sich aktiv mit der Frage der kulturellen Identität und den Bürgerrechten der Migranten auseinandersetzen und sich der Frage stellen, ob Zuwanderung weiter eher negativ betrachtet oder künftig mehr als eine Chance angesehen wird. 

L.D.

Working conditions of migrants in Italy


The last economic crisis caused a general worsening of conditions for many enterprises and to that effect also many workers. But not all workers suffered the same. This is one of the main points of the text 'Outsourced racism in Italy: discrimination at work and trade union responses in three sectors' by Rossana Cillo and Fabio Perocco which analyses the relationship between racial discrimination and the increasing spread of subcontracting and outsourcing labour. It is based on interviews originated from the European Union Research Project CRAW (Challenging Racism At Work), on a literature review and trade union policies relating to the subject.
Migrant workers in Italy already had worse working conditions than native Italian workers. But these conditions even got worse due to the economic crisis.
Many enterprises and also the welfare system tried to cut costs which often goes at the expense of working conditions of the workers hired by subcontractors. In many cases the proportion of migrant workers and Italian workers in the main enterprise and the subcontracting firms differ extremely. It is proven that the percentage of migrant workers in the subcontractor firms is much higher than in the main enterprise. Working conditions in subcontractor firms are often worse and even precarious – the deeper the level of subcontracting is the worse it gets. Migrant workers earn up to 10% less than Italian workers and are not paid production bonuses like the permanent workers. Many migrant workers only have temporary contracts. These employees often work at lower-skilled levels even if they are capable of performing higher-skilled jobs and there is only a little chance of promotion. Sometimes these differences occur even if permanent and temporary employees work side by side in the same factory. Many subcontractors also fail to respect workers' rights and safety precautions. There are cases of withholding of wages or unpaid overtime. Some subcontractors even ban their workers from joining a union. Trade unions also lost strength during the crisis and in many small- and medium-sized enterprises unions are hardly present.
It is important to say that many migrant workers accept these precarious working conditions not only because of financial reasons or absence of information on their rights but also because their residence permit is linked to an employment contract. Accordingly migrants often are in a really tricky situation and are afraid of losing their job and consequently their residence permit if they report exploitation.

Cillo, Rossana; Perocco, Fabio (2015): Outsourced racism in Italy: discrimination at work and trade union responses in three sectors. Transfer, Vol 21(1), 51-63.
in: http://trs.sagepub.com/content/21/1/51.full.pdf+html

Image: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/09/No_borders%2C_no_precarity_-_Shut_Down_FRONTEX_Warsaw_2008.jpg

Brief History of Foreign Immigration in Italy




Gerade in einem Land wie Italien, das durch seine Lage besonders wichtig für Migranten ist, ist es wichtig, dass der Einreiseverkehr gut geregelt wird. Bis 1990 gab es in Italien keine gesetzliche Regulierung der Einreise. Durch die Unruhen in den nahe gelegenen Ländern hat jedoch vor allem in den letzten Jahren die Migrationsrate deutlich zugenommen. Somit bedarf es eine strickte Regelung, damit niemand Schaden nimmt.
Ich denke jedoch vor allem über die sogenannten CPT’s lässt sich diskutieren. Dies sind provisorische Aufenthaltszentren für Migranten oder mittlerweile auch Asylbewerbern die später abgeschoben werden sollen. Normalerweise dürfen die Menschen dort höchstens 60 Tage festgehalten werden. Jedoch kann man immer öfter lesen, dass diese Regel umgangen wird, in dem man sie einfach in andere Anlagen bringt, da sie so gesehen nur 60 Tage auf einem Gelände verbracht haben oder sie werden für kurze Zeit freigelassen um später wieder in ein CTP zu kommen. Außerdem sind die Zentren Gegenstand zahlreicher Anzeigen, Fälle von Missbrauch und Gewalt wurden dort bereits häufiger dokumentiert. Ein Zentrum wurde bereits geschlossen, nachdem die Einwanderer Rechtsmittel eingelegt haben und die Richter nach nicht einmal zwei Monaten zahlreiche Rechtsverletzungen feststellen konnten. Ab dem 1. April 2011 ist es Journalisten nicht mehr gestattet diese Zentren zu betreten, somit werden sie komplett von der Öffentlichkeit abgeschottet. Zuvor konnte jedoch aufgedeckt werden, welch schlechten hygienischen Bedingungen herrschen und dass die Kommunikation oft nicht gegeben ist und viele somit nicht wissen, was mit ihnen passiert. Dies führt zu zahlreichen Selbstmordversuchen. Des Weiteren ist ein großes Problem, dass Frauen dort auch zusammen mit Männern inhaftiert sind und es somit häufig zu sexuellen Übergriffen kommt. Ich denke an dieser Lösung muss dringend gearbeitet werden, da hier kein Menschenwürdiges Leben garantiert ist.